Berichte 2008



28.
2008-Dez-01
Münsterländische Tageszeitung [Cloppenburg]

„Mit Plattdütsch bliffs du klauk“
Hildegard Tölke begeisterte Grundschüler für diese Sprache

[Bild:] Aufmerksame Zuhörer fand Hildegard Tölke unter den Viertklässlern der Grundschule Molbergen

Molbergen (la) – „Watt hett dann schipp?“ fragte Hildegard Tölke ihre Zuhörer aus den 4. Klassen der Grundschule Molbergen. „Das ist ja Englisch und heißt Schiff“, wussten die Kinder. Ganz erstaunt guckten sie, als die Pädagogin ihnen erzählte, das Wort komme eigentlich aus dem Plattdeutschen genau wie help oder fish oder coffee und viele andere mehr. Und die Kinder machten dann auch bei den Liedern oder Geschichten ganz toll mit, obwohl sie, wie zum Beispiel die zehnjährige Diana, vorher glaubten, kein Wort aus dem Plattdeutschen zu verstehen.

Hildegard Tölke, pensionierte Grundschullehrerin aus Lohne, liest im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft und im Rahmen der Initiative PlattArt Kindern Geschichten auf Plattdeutsch vor und spricht mit ihnen oder erzählt Geschichten oder Witze. „Mir liegt die Erhaltung und Pflege der plattdeutschen Sprache sehr am Herzen. Das spielerische Erlernen dieser Sprache im täglichen Umgang bereitet den Kindern Freude“, weiß Tölke aus ihrer langjährigen Erfahrung. Dazu hat sie zwei Bücher mit zeitnahen Geschichten, Witzen, Riemels und Rätseln herausgegeben. Der zweite Band: „Mit Plattdütsch bliffs du klauk“ enthält auch neue Lieder mit bekannten Melodien, etwas Heimatgeschichte und auch Geschichten zu Ehrlichkeit, Toleranz usw. Aber ihre Bücher enthalten auch plattdeutsche Beiträge von Werner Kuper und Alfons Niemöller, die sich um den Erhalt des Kulturguts „Plattdeutsch“ große Verdienste erworben hätten, wie Hildegard Tölke sagt. Und seit dem Wintersemester wird nun auch an der Uni Vechta den Studenten die Niederdeutsche Sprache unter der Leitung von Prof. Dr. Kürschner und dem ehrenamtlichen Einsatz von 8 Kringmitgliedern nahe gebracht. „Gleich 120 Studenten haben sich eingeschrieben! Denn was nützt es, wenn die Alten in die Schule gehen und eine Sprache von früher lehren. Plattdeutsch aber ist modern! Unsere angehenden Lehrer werden somit auf den Unterricht in ortsnaher Mundart vorbereitet. Das sichert und belebt die Erhaltung dieses Kulturguts in unserer Region“, ist die Pädagogin überzeugt.

Die Viertklässler aus Molbergen jedenfalls waren begeistert und versuchten sich immer wieder in der für manche doch ungewohnten Mundart.



27.
2008-Nov-15
Oldenburgische Volkszeitung

Plattdeutsch begeistert
Großer Zulauf bei Seminar in der Uni

Vechta (sf) – Das am 20. Oktober gestartete Plattdeutsch-Seminar an der Hochschule Vechta ist schon jetzt von Erfolg gekrönt. Statt der erwarteten 25 bis 30 Teilnehmer besuchen über 100 Studenten das Seminar, das von Prof. Dr. Wilfried Kürschner in Kooperation mit dem »Plattdütschen Kring« ins Leben gerufen wurde. Kürschner, Direktor des Instituts für Germanistik, spricht zwar selbst kein Platt, zeigt sich aber sehr engagiert und begeistert. Auch der Vorsitzende des Plattdütschen Krings, Rudi Timphus, ist überwältigt vom Interesse an der plattdeutschen Sprache. »Die Studenten haben durch ihr Engagement eindeutig Position für die Pflege und Erhaltung unseres wichtigsten Kulturgutes bezogen,« so Timphus. Das Motto »Nich lang schnacken, anpacken« der Kringmitglieder, die das Seminar ehrenamtlich unterstützen, habe also Wirkung gezeigt. Weil die Zahl der lernwilligen Studenten so groß sei, werde das Seminar ab der nächsten Woche in Gruppen weitergeführt.

(Foto: del) Platt in der Hochschule: Professor Dr. Wilfried Kürschner und der Plattdütsche Kring gestalten gemeinsam ein Seminar, an dem mehr als 100 Studenten teilnehmen.



26.
2008-Okt-22
Lausitzer Rundschau [Finsterwalde]

Strafarbeit, weil ich zu Sowjetsoldaten Russen sagte
Wilfried Kürschner, der 1955 mit der Mutter in den Westen ging, erinnert sich an seine Lichterfelder Schulzeit

LR bittet Leser jeden Sonnabend, Bilder sprechen zu lassen. Zum veröffentlichten Foto von der alten Schule in Lichterfeld meldete sich auch Wilfried Kürschner aus Vechta. Er schreibt:

Ich wurde mit sechs Jahren im Herbst 1951 an der Grundschule Lichterfeld eingeschult. Wir waren neun Kinder in der Klasse 1 und wurden, wenn ich mich recht erinnere, von Lehrer Luh und von Fräulein Grätz unterrichtet, einer jungen, begeisternden Lehrerin. Ein Geschenk von ihr, ein stramm staatstreues Buch mit dem Titel „Im Kindergarten zum Bienenhaus“ von Dorothea Martens, steht bis heute in meiner Bibliothek. Die Widmung „Meinem kleinen Postboten zur Erinnerung! Deine Lehrerin Anneliese Grätz – Weihnachten 1952“ bezog sich auf die Tätigkeit meiner Mutter als Postbotin in Lichterfeld, später auch in Lieskau. Ich durfte oder musste ihr gelegentlich bei der Zustellung helfen. Sonntags war das „Neue Deutschland“ an einige wenige Empfänger zu überbringen. Am schönsten war die Zeit vor Weihnachten, wenn die „Westpakete“ an die Empfänger zu verteilen waren, wobei meine Mutter nicht selten eine Tüte Kaffee, eine Tafel Schokolade oder ein Paar Strümpfe zugesteckt bekam. Weniger angenehm habe ich die jährliche Weihnachtsfeier im Saale Schenker in Erinnerung, wo ich, verkleidet als Nikolaus, ich weiß nicht wie oft das Gedicht „Von drauß’ vom Walde komm ich her“ oder Ähnliches aufsagen musste, was mit zunehmend peinlich wurde.

Den Weg zur Schule habe ich in deutlicher Erinnerung. Wir trafen uns früh in einer warmen Nachbarschaftsstube und stapften gemeinsam von der Sallgaster Straße hinunter ins Dorf zur Schule. Unterrichtet wurden, jedenfalls eine Zeitlang, zwei oder gar mehrere Klassen parallel in einem Raum. Die Älteren mussten die Jüngeren beim Aufgabenlösen unterstützen und lernten dabei eine Menge. Besonders der Sprachunterricht bei Lehrer Lehmann ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben, und ich zehre noch heute, nachdem die deutsche Sprache zum Hauptgegenstand meiner Beschäftigung geworden ist, von Paul-Gerhardt-Satzteilen wie „der schnelle Hirsch“ und „das schlanke Reh“, die wir durchzudeklinieren hatten: „des schnellen Hirschs“, „dem schnellen Hirsch“, „den schnellen Hirsch“ und so weiter.

In der Zeit war Lichterfeld ein Ort mit Besatzungssoldaten. Einmal bekam ich eine Strafarbeit auf, weil ich erzählt hatte, ich hätte Russen im Wald gesehen: „Warum ich zu Sowjetsoldaten nicht Russen sagen darf“. Brav notierte ich, dass die Sowjetsoldaten unsere Befreier vom Hitlerfaschismus und unsere Freunde seien. Beim Rechnen lernten wir den „Profit der Ruhrbarone“ kennen, und zu Stalins Geburtstag nahmen wir Aufstellung vor seinem Bild, das im Klassenraum hing. Weil ich noch zu jung war, brauchte ich den Appell „Junge Pioniere, seid bereit! – Für Frieden und Völkerverständigung immer bereit“ oder so ähnlich nicht mitzusprechen, wie mir überhaupt die Pionierphase erspart blieb, weil meine Mutter mit mir im Sommer 1955, als ich zehn Jahre alt war, „in den Westen ging“. Ich hatte mich schon vorsichtshalber mit dem Russischbuch für die fünfte Klasse (ich glaube, es hieß „Russkij jazyk“) ausgerüstet, das dann wegen der „Republikflucht“ unbenutzt blieb. Im Gedächtnis geblieben ist mir aber ein Spruch vom Buchanfang: „Nina, Nina, tam kartina, eto traktor i motor“.

In Dortmund, im Westen also, lernte ich neue Schulverhältnisse kennen. Statt in der Lichterfelder Idylle mit, wie gesagt, neun Schülern in der Klasse fand ich mich in der Graf-Konrad-Schule in Dortmund-Lindenhorst in einer Klasse mit 55 Kindern wieder. Ich wurde ein bisschen wie ein Exot behandelt, schon wegen meiner komischen Aussprache, die sich vom Ruhrgebietsdeutsch doch erheblich unterschied, und wurde herumgeschickt, um in mehreren Klassen das Abzeichen und die Urkunde „Für gute Leistungen in der Schule“ vorzuzeigen, die ich zum Abschluss des vierten Schuljahres in Lichterfeld erhalten hatte. So etwas kannte man im Westen nicht.

Rückblickend bin ich noch immer sehr dankbar für die solide Grundausbildung in Lesen, Schreiben, Rechnen, die ich in Lichterfeld erhalten habe, und bilde mir ein, noch heute von ihr zu zehren. Die ideologische Beeinflussung, die in den frühen fünfziger Jahren durch Lehrer und Schulbücher mehr oder weniger massiv betrieben wurde, konnte auf mich dank des frühen Weggangs kaum wirken.

[Bild:] Als der Kindergarten noch ein Schulhaus war. Foto: Archiv Poetzsch

Anmerkung: Prof. Dr. Wilfried Kürschner ist in der Universität Vechta tätig, wo er sich der allgemeinen Sprachwissenschaft und germanistischen Linguistik widmet. Seit 2003 leitet er als Direktor das Institut für Anglistik und Germanistik.



25.
2008-Okt-17
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Plattdeutsch an der Universität
»Plattdütscher Kring« des Heimatbundes unterstützt Seminarangebot / Planung für 2009

Oldenburger Münsterland (ak) – Der »Plattdütsche Kring« im Heimatbund für das Oldenburger Münsterland hat sich zum Wintersemester 2008/09 gemeinsam mit der Universität in Vechta für die intensivere Beschäftigung mit der niederdeutschen Sprache stark gemacht. So hat Vorsitzender Rudi Timphus die Germanistik-Studenten dazu aufgerufen, sich an dem von Professor Dr. Wilfried Kürschner angebotenen Seminar »Niederdeutsch« zu beteiligen. Die Seminarreihe beginnt am Montag (20. Oktober; 16 bis 18 Uhr) und soll die Teilnehmer mit der Geschichte der Sprache, der Bedeutung für die Region, die Auswirkungen auf die sprachliche Entwicklung des Kindes und mit der Vermittlung im Schulunterricht vertraut machen; dies in Theorie und Praxis. Die bisherigen Anmeldezahlen für das Seminar seien sehr ermutigend.

Das Vechtaer Angebot sieht Timphus nicht in Konkurrenz zu den Veranstaltungen des Lehrstuhl für Niederdeutsch an der Universität Oldenburg (www.uni-oldenburg.de/Niederdeutsch), die ebenfalls jetzt anlaufen: »Wir sollten überall da, wo wir etwas für unsere plattdeutsche Sprache machen können, auch anpacken.«

Gemeinsam mit Alfred Kuhlmann vom »Plattdütschen Kring« verwies Timphus gegenüber der OV darauf, dass 2009 ein Buch mit plattdeutschen Liedern für jung und alt mit Texten und Noten herausgebracht werden soll. Dafür wird nach Anregungen und Lied-Ideen gesucht. Federführend sind Hildegard Tölke aus Lohne (Telefon 04442/1691), Mail: hildegard.toelke@ewetel.net), Franz Schwalm aus Bösel (Telefon 04494/914058) und Pfarrer em. Heinrich Rießelmann aus Oythe. Das Plattdeutsche Wörterbuch, an dem der Kring seit einigen Jahren arbeitet, soll ebenfalls im Jahr 2009 veröffentlicht werden.



24.
2008-Sept-30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Plattdütsche Kring gaiht uck anne Uni
„Nich lang’ schnacken, anpacken“, dat is Südollenborger Aort/Äöwer 100 Studenten

Von Rudi Timphus

Ollenborger Münsterland – Platt is wedder in! Man wedd uppe Straoten anschnackt, nich blot in use Dörp. „Maokt wieter so!“ Dat maokt wisse Maut. Aower manges frögg man sick: Worüm dais du di dat an? Dei lässten 10 Daoge 7 maol för use Platt ünnerwägs wän, mehr at 200 Kilometer uppen Tacho jaogt. Un nu gaoht wi mit use Lüe uck noch anne Uni in Vechte.

Professor Dr. Wilfried Kürschner, dei Boss vanne Germanisten, will mit us tauhope taun Wintersemester ein Plattdütsch-Seminaor för dei Studenten affholen. Dor häbbt wi forts tausäggt: Nich lang’ schnacken, anpacken! Dat is Südollenborger Aort. Un dormit dor kien scheiwen Tungenschlag inkaomen dait: Wi maokt dat ehrenamtlick. Dat kost’t den Staot un dei Uni kien Pennig. Vör twei Wäken harn sick all 103 Studenten anmeldt. Sei häbbt uck doräöwer affstimmt, wo nödig Platt uck an use Uni in Vechte is. Dei ein off ännere in use Ollenborger Münsterland häff dat noch gor nich markt: Dat is use Uni in use Ollenborger Münsterland mit rund 3000 Studenten, un dorvan studeiert rund 700 Germanistik. Dor kann doch eigentlick kienein wat gägen häbben, wenn wi us dor engagieren daut.

Leiwe Lüe, dait frait us bannig, dat immer mehr Lüe äöwer use Platt schnackt, aower wi wäöt immer mehr dor hen kaomen, dat uck immer mehr Öllern un Grotöllern wedder mit dei Kinner plattdütsch schnacken daut. Sonst käönt wi’t taugäben. Wat du vör dien eigen Dörn – in dien eigen Dörp, in diene Region – reiten kanns, dat moss du anpacken un nich up Hülpe van baoben täuben.

Schaode, inne Politik un inne Wirtschaft is dei plattdütsche Spraoke at „regionale Identität“ bi dei meisten noch nich ankaomen. Wi kunnn noch masse mehr uppe Bein stellen, aower wi kriegt man jüst dei Portokosten ersett, wenn wi use Kringlüe tau dei Kringversammlung inlaon daut. Aals ännere mäöt wi us sülwes an ’t Bein binnen. In Ostfreisland is man dor all masse wieter.

„Dei Plattdütsche Kring“ hält seine nächste Versammlung am Mittwoch (1. Oktober) um 15 Uhr im Cafe „Zum Göpel“ in Hagstedt ab.



23.
2008-Sep-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Lesenswert vom ersten Satz an

Vechta (jkb) - Eine lebendige Sprache, kraftvoll und direkt, bescheinigt Kerrin Tebben dem Vechtaer Schriftsteller Dr. Paul Brägelmann. Gemeinsam mit dem Vechtaer Sprachwissenschaftler Professor Dr. Wilfried Kürschner stellte die Anglistin von der Liebfrauenschule am Donnerstag das von Brägelmann ins Plattdeutsche übertragene Orwellsche Werk "Animal Farm" im Museum im Zeughaus vor. In rund neun Monaten hat der bekannte Heimatautor, von dem bereits eine Fülle von hoch- und plattdeutschen Texten und Büchern vorliegt, diese Übersetzung verfasst.

Das Lesen des Originals sei in der Regel der Übersetzung vorzuziehen, so Tebben. Bei Brägelmanns neuem Werk jedoch stelle sich das Lesevergnügen gleich im ersten Satz ein. Im englischen Original werde lediglich über Ort und Zeit der Handlung informiert. Bei Brägelmann nehme die Erzählung dagegen sogleich Fahrt auf, wenn er erzählt, dass Bauer Jones am Abend zwar die Hühnerställe zugesperrt, aber dabei vergessen hatte, "die Hauhnerlöcker dichtetaumoaken, so besoapen was hei".

Gelungen sei auch die Umschlaggestaltung der plattdeutschen "Farm der Tiere". Das kräftige Grün und die Titelillustration von Künstler Jürgen Uhlmann rufe bei Südoldenburgern gleich die richtigen Assoziationen hervor: Es geht um Landwirtschaft und Tiere, um ein Milieu, in dem sich Brägelmann selbst über viele Jahrzehnte bewegte und bis heute gut auskennt.

Sein Bemühen um die Pflege und Erhaltung der plattdeutschen Sprache würdigte Germanist Wilfried Kürschner. Mit dem "Plattdütschen Kring", dessen 40 Mitglieder die niederdeutsche Sprache seit vielen Jahren fördern, veranstaltet Kürschner im Wintersemester ein Plattdeutsch-Seminar für Studierende der Hochschule Vechta. In acht Blöcken werden jeweils ein bis zwei Experten aus diesem Arbeitskreis Seminare gestalten.
Paul Brägelmann selbst zum Beispiel beginnt mit der Geschichte und der Stellung des Niederdeutschen in der heutigen Zeit. Außerdem werden die Studierenden über Fragen der Grammatik oder über Niederdeutsch als Muttersprache diskutieren. 100 Anmeldungen liegen für das Seminar bereits vor. "Diese Veranstaltung wird ihre Früchte tragen", beschloss Brägelmann den Abend, in dessen Verlauf er auch sehr unterhaltsam aus seinem Buch vorgetragen hatte.


(Foto: jkb) Neu erschienen: Die plattdeutsche Übersetzung der „Animal Farm“ von Dr. Paul Brägelmann (Mitte) stellten Anglistin Kerrin Tebben (rechts) und Professor Dr. Wilfried Kürschner vor.



22.
2008-Sept-24
Rundschau am Mittwoch [Vechta]

»Farm der Tiere« auf Platt erzählt
Paul Brägelmann gibt neues Buch heraus
Morgen Lesung von der Revolution auf der »Manor Farm« im Museum im Zeughaus.

Von Natascha Manski und Roland Kühn

[Bild:] Hat mehrere Bücher veröffentlicht: Paul Brägelmann. Foto: Manski

Vechta. – Das Buch »Animal Farm – up ollenborger Plattdütsk« hat jetzt Dr. Paul Brägelmann veröffentlicht. Insgesamt neun Monate hat der ehemalige Gymnasiallehrer an der Übersetzung des Literaturklassikers gearbeitet. Morgen, Donnerstag, 25. September, ist die interessierte Öffentlichkeit zu einer Lesung mit dem Autor eingeladen. Die Veranstaltung im Museum im Zeughaus beginnt um 18.30 Uhr. Anglistin Kerrin Tebben wird das Buch vorstellen, Prof. Dr. Wilfried Kürschner berichtet zudem von der Arbeitsgruppe »Plattdütsk« und der Konzeption einer Lehrveranstaltung »Niederdeutsch« an der Hochschule Vechta.

Den Anstoß zu dem Projekt gab eben jener Professor Dr. Wilfried Kürschner. Sein Anliegen: Das Werk soll auch dazu beitragen, dass die Leser Freude am Plattdeutschen haben und besonders die jüngere Generation die Sprache ihrer Region wiederentdeckt. »Animal Farm« eigne sich für das Projekt besonders gut, da die Handlung ausschließlich auf einem Bauernhof spielt und somit einen reichen Wortschatz aus diesem Umfeld böte.

Das fand auch Paul Brägelmann, der bereits mehrere Bücher auf Platt veröffentlicht hat und machte sich an die Arbeit. Schwer fiel dem 1926 in Lohne geborenen Autor das nicht. Aufgewachsen in einem Elternhaus, in dem Platt die tägliche Kommunikationsbasis war, war er auch mit allen Facetten des bäuerlichen Lebens vertraut. Der Autor hat George Orwells Vorlage nicht Wort für Wort übersetzt, sondern den Text in eine lebhafte Erzählung verwandelt – zum Beispiel dadurch, dass er indirekte Reden durch Dialoge ersetzt hat. Die inhaltlichen oder gedanklichen Eigenheiten des Originals seien jedoch nicht verfälscht worden. Ergänzt wurden die Kapitel mit Tiervignetten von Margret Eckhoff aus Vechta.

»George Orwells Animal Farm – up ollenborger Plattdütsk, naovertellt van Paul Brägelmann« (144 Seiten) ist mit der ISBN 978-3-00-024996-9 in einer Auflage von 1.000 Exemplaren erschienen. Das Buch kostet 14,90 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.



21.
2008-Aug-29
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

»Farm der Tiere« auf Plattdeutsch
Dr. Paul Brägelmann übersetzt George Orwells bekannte Fabel / Lebhafte Erzählung

Vechta (ak) – Dr. Paul Brägelmann aus Vechta hat sich der schwierigen Aufgabe gestellt, George Orwells Roman »Animal Farm« (Farm der Tiere) in unser Oldenburger Plattdeutsch zu übertragen – und dies aus der englischen Originalfassung. Dem versierten, 1926 in Südlohne geborenen Autor ist dies sehr gut gelungen. Er hat bereits eine Fülle von hoch- und plattdeutschen Texten und Büchern veröffentlicht.

Orwells Fabel ist ein Lehrstück über die Entstehung einer totalitären Diktatur am Beispiel der Sowjetunion. Sie entstand 1943/44 und erschien 1945 – ganz unter dem Eindruck der Erfahrungen des Autors mit dem brutalen stalinistischen Regime. Orwell, der von sozialistischen Idealen beeinflusst im spanischen Bürgerkrieg den Verrat dieser Ideale kennen lernte, wollte mit »Animal Farm« diese Entwicklungen anprangern.

Paul Brägelmann hat sich soweit möglich an die Originalfassung mit der Benennung der einzelnen Tierfiguren und der Menschen, an den Ablauf der Geschichte und an ihr Ende gehalten – in dem Orwell den Unterschied zwischen Tieren und Menschen, zwischen Stalinisten und den Kapitalisten aufhob. Der Südlohner hat die Fabel zugleich in eine lebhafte plattdeutsche Erzählung verwandelt, indem er Textpassagen dem plattdeutschen Sprachgebrauch entsprechend in kürzere Satzfolgen aufbricht, indirekte in direkte Rede verwandelt und auch die in dem Buch vorhandenen Lieder (Beispiel: »Tiere von England«) quasi plattdeutsch neu dichtet.

Auf diese insgesamt gelungene Umarbeitung verweisen im Vorwort auch Professor Dr. Wilfried Kürschner von der Hochschule Vechta sowie die Anglisten Kerrin und Gerd Tebben. Sie haben die Entstehung des Buches – ebenso wie Aloys Wernke und Marlies Völker – begleitet. Und sie urteilen völlig zu Recht: Paul Brägelmann habe wieder bewiesen, dass das Plattdeutsche als eigene Sprache durchaus in der Lage sei, mit einem umfassenden Wortschatz »detailgetreu konkrete Dinge und Sachverhalte besonders aus dem ländlichen Leben« zu schildern.

Das Buch sei hervorragend geeignet zum Einsatz an Schulen, weil es die Freude der Schüler an der Sprache der Region wecken könne und es zudem die Nähe der plattdeutschen Sprache zur englischen Sprache deutlich mache.

Brägelmanns Übertragung von »Animal Farm« wird begleitet durch Illustrationen von Jürgen Uhlmann und Margret Eckhoff.

¥ Paul Brägelmann, Animal Farm – up Ollenborger Platt naovertellt. Vechta 2008, Druck: Rießelmann, Lohne, 144 Seiten, ISBN 978-3-00-024996-9



20.
2008-Jul-19
Nordwestzeitung [Oldenburg]

Keine Probleme, eine Stelle als Lehrer zu finden
Hochschule Examensfeier mit 17 Absolventen – Wesker hat »keine Minute bereut«

[Bild:] Vizepräsident Prof. Dr. Martin Winter (links), Prüfungsbeauftragter Prof. Dr. Wilfried Kürschner (3.v.l.), Peter Cromme (3.v.r.), Vorsitzender der Universitätsgesellschaft, und Dr. Ernst Puschmann (rechts), Direktor des NiLS, gratulierten den Absolventen, die jetzt an der Hochschule ihr Examen abgelegt haben. Bild: Hochschule

Vechta/EB – Für die wenigen noch verbliebenen Studierenden, die das Staatsexamen im Lehramt abgelegt haben, hat die Hochschule Vechta am Freitag, 18. Juli, eine Examensfeier veranstaltet. Insgesamt 17 Absolventen schlossen ihre Prüfungen erfolgreich ab. Sechs angehende Lehrer und Lehrerinnen nahmen während der Feier ihre Zeugnisse entgegen.

»Beim alten Lehramt könnte man von einer aussterbenden Rasse sprechen«, sagte Mathias Schubert, Geschäftsführer des Studentenparlamentes. Er selbst gehört zu den Studenten, die nach dem Bachelor- und Mastersystem studieren.

Dr. Ernst Puschmann, Direktor des Niedersächsischen Landesamtes für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS), sieht für die Absolventen aufgrund der derzeitigen Pensionierungswelle keine Probleme, eine Stelle als Lehrer zu finden. Doch zunächst müssten sie den Vorbereitungsdienst meistern. So sei das Studium nur die Vorbildung gewesen, »jetzt kommt die eigentliche Ausbildung«.

Sven Wesker sprach stellvertretend für alle Absolventen die Grußworte – unvorbereitet, sagte er, denn nur 45 Minuten vor Beginn der Feier hatte er sein Examen bestanden. Ihm habe das leben und Studieren in Vechta Spaß gemacht. »Ich habe nicht eine Minute bereut«.



19.
2008-Jul-19
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Examensfeier

Vechta – 17 Absolventen verabschiedete gestern die Hochschule Vechta: Sie sind nach der Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge die letzten Studenten des »alten Lehramtes« für Grund-, Haupt- und Realschulen.

Sie gehören zur aussterbenden Art
17 Absolventen des »alten Lehramts« für Grund-, Haupt- und Realschule entlassen

[Bild:] Feierlich verabschiedet wurden die Lehrämter gestern an der Hochschule. Es gratulierten Vizepräsident Prof. Dr. Martin Winter (links), prüfungsamtsbeauftragter Prof. Dr. Wilfried Kürschner (3. v. links), Peter Cromme, Vorsitzender Universitätsgesellschaft (3. v. rechts) und Dr. Ernst Puschmann, Direktor niedersächsisches Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (rechts). Foto: Martin

Vechta (jm) – »Die Vorbildung haben sie absolviert, jetzt beginnt die eigentliche Ausbildung«, mit diesen Worten ermutigte Dr. Ernst Puschmann, Direktor beim niedersächsischen Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (Nils), die 17 Absolventen während der Examensfeier gestern Mittag in der Hochschule Vechta.

Als Studenten des alten Lehramtsstudiengangs legten sie erfolgreich ihre erste Staatsprüfung für Grund-, Haupt- und Realschulen ab. Mit der offiziellen Feier in der Hochschule wurden sie als die letzten Absolventen dieses Studiengangs verabschiedet. Daher bezeichnete Mathias Schubert, Präsident des Studentenparlaments der Hochschule Vechta, die »alten Lehrämter« als eine aussterbende Art. Zusammen mit Professor Dr. Martin Winter, Vizepräsident der Hochschule, Prüfungsamtsbeauftragtem Prof. Dr. Wilfried Kürschner und Dr. Puschmann wünschte er den Absolventen für ihre Zukunft als Lehrer alles Gute. Nun stehe ihnen der 18-monatige Vorbereitungsdienst an den Schulen bevor, so Puschmann. »In diesem bekommen sie in der Praxis einen ersten Vorgeschmack auf ihren späteren Beruf«, ermutigte er weiter.

Über die Grußworte freuten sich die Absolventen: Maria Brunklaus-Brinkhus, Eugenia Fetzer, Alexandra Grave, Claudia-Anna Hauschild, Carsten Herbrechtsmeier, Cherin Jender, Hendrik Kiemele, Nora Kolbe, Michael Krumme, Kristin Kuhnert, Anke Lüddeke, Ina Moormann, Ulrike Ripke, Mark Schmitt, Kerstin Stölting, Sven Wesker und Saskia Wochnik.

Stellvertretend für alle Absolventen resümierte Sven Wesker nach der Zeugnisübergabe die vergangenen Semester. Dabei sprach er selbst völlig unvorbereitet, da er erst eine Stunde zuvor von seinem bestandenen Examen erfahren habe. »Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber der Hochschule in Vechta, habe ich keine Minute meines Studiums bereit«, fasste Wesker zusammen. Er habe sich während seines Studiums Zeit gelassen. Abschließend resümierte der angehende Lehrer: »Mir hat das Leben und Studieren in Vechta einfach Spaß gemacht.«



18.
2008-Jul-13
Sonntagsblatt [Vechta]

Sprachloser Abschied
Prof. Dr. Ockel hat die Sprechwissenschaft geprägt

30-jähriges Engagement mit akademischem Festakt gewürdigt.

[Bild:] Abschied nehmen Prof. Dr. Eberhard Ockel (2.v.li.) mit dem Präsidium der Hochschule. Foto: Privat

Vechta – Mit einem akademischen Festakt hat sich die Hochschule Vechta kürzlich von Prof. Dr. Eberhard Ockel verabschiedet, der nach 30 Jahren Tätigkeit an der Universität in den Ruhestand geht. Er hinterlässt eine Lücke, darüber waren sich die Redner einig.

Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Marianne Assenmacher unterstrich Ockels vielfältiges Engagement. Der Sprachwissenschaftler habe nicht nur in Lehre und Forschung das Bild der Hochschule geprägt, sondern sich als Leiter der Studentenbühne, die er 28 Jahre anführte, profilieren können. Auch über die Grenzen der Hochschule hinaus engagierte sich der gebürtige Ulmer ehrenamtlich. Dazu zählen Projekte wie die Lesepaten oder der alljährlich stattfindende Rezitationswettbewerb.

Die akademische Würdigung übernahmen Prof. Dr. Wilfried Kürschner und Prof. Dr. Claus Ensberg. Ockels Kollegen vom Institut für Anglistik und Germanistik beschrieben seine vielseitige Arbeit sowohl in Forschung und Lehre als auch in der akademischen Selbstverwaltung.

Zu den weiteren Gästen und Rednern zählten neben Kollegen sowie ehemaligen und aktuellen Studenten auch Unterstützer seiner Projekte, zum Beispiel Dr. Ortwin Lämke von der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft aus Münster oder Dr. Martin Feltes von der Kardinal-von-Galen-Akademie in Stapelfeld. Wolfgang Mechsner aus dem Fach Musik sorgte am Flügel für die passende musikalische Umrahmung des Festaktes.

»Mit einem lachenden und einem weinenden Auge« verabschiedete sich Assenmacher von dem beliebten Professor, der den Bereich Germanistik an der Hochschule in den vergangenen 30 Jahren entscheidend mitgeprägt habe. Es sei ihm gelungen, Sprachwissenschaft als Sprechwissenschaft in Vechta zu etablieren.

Keinen Zweifel hat die Hochschulpräsidentin jedoch daran, dass Ockels Engagement auch trotz Ruhestand nicht ruhen werde. Seine Kollegen aus der Germanistik sind davon überzeugt, dass die Wissenschaft weiterhin von Ockels Leidenschaft für die Sprache profitieren werde.



17.

2008-Jul-04
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

"Hinterlässt Lücke an unserer Hochschule"

Vechta (jm) - "Mit Professor Ockel verlässt ein geschätzter, beliebter und manchmal etwas zerstreuter Mann unsere Hochschule." So beschrieb die Präsidentin der Hochschule Vechta Professor Dr. Marianne Assenmacher den Germanistikprofessor Professor Dr. Eberhard Ockel während seiner offiziellen Abschiedsfeier gestern Abend in der Aula der Hochschule. Ähnlich schwer wie ihr fiel auch Professor Dr. Wilfried Kürschner, Direktor des Instituts für Anglistik und Germanistik, der Abschied. "28 Jahre haben wir hier gemeinsam gearbeitet", resümierte Prof. Kürschner.

Mit dem Weggang Ockels entstehe eine Lücke an der Hochschule. Und das nicht nur, weil diese Stelle mit seiner Verabschiedung in den Ruhestand nicht neu besetzt werde, betonte Kürschner während der akademischen Würdigung. Denn Ockel habe sich auch außerhalb der Hochschule von Anfang an engagiert betätigt. Davon zeugten auch die zahlreichen Ehrengäste, die persönliche Grußworte an den Germanistikprofessor richteten. "Er hat unsere Hochschule nicht zuletzt durch sein jahrelanges Engagement an der Studentenbühne geprägt", betonte Assenmacher. Denn der Germanist war neben seiner Tätigkeit als Dozent auch seit 28 Jahren der Regisseur und Leiter dieser Theatergruppe.

Der Professor verabschiedete sich auf seine ganz eigene Weise: Zusammen mit Dr. Olga Gowin ließ er die Gäste an seinen "Gedanken zur Sprache" teilhaben. Zudem präsentierte er in humorvoller Weise ein umgeschriebenes Volkslied zu seinem Werdegang und den bevorstehenden Ruhestand.

[Bild:] Verdienste gewürdigt: Prof. Dr. Eberhard Ockel (2. von links) verlässt die Hochschule; ihn verabschiedeten (von links) Dr. Marion Rieken (Vizepräsidentin für Lehre und Studium), Prof. Dr. Martin Winter (Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung) und Präsidentin Prof. Dr. Marianne Assenmacher. Foto: Martin



16.
2008-Jun-12
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Uni“ hat Anteil daran
Zum Bericht „Wieder in aller Munde: Selbst Hip-Hop auf Latein“ (OV vom 9. Juni)

Am „Latein-Boom“ hat auch die Universität in Vechta ihren Anteil: Seit dem Start des Bachelorstudienganges im Wintersemester 2003/04 absolvieren hier alle Studienanfänger im Fach Germanistik einen zweisemestrigen Lateinkurs. In diesem Kurs „Elementarlatein für Germanisten“ werden die angehenden Deutschlehrer mit den Grundzügen der lateinischen Sprache und ihrer Grammatik vertraut gemacht, denn zwei Drittel von ihnen haben am Gymnasium kein Latein gelernt. Für das andere Drittel, das in der Schule zwar das Latinum gemacht, aber, so die Standardaussage, „alles vergessen“ hat, bringt der Kurs eine Auffrischung.

Die Studenten sollen die grammatischen Grundzüge und Eigentümlichkeiten ihrer Muttersprache Deutsch durch den Vergleich mit dem in vielem ähnlich, in Teilen aber auch ganz anders verfahrenden Latein klarer erkennen und sich so für den späteren Grammatikunterricht besser rüsten. Dazu gehört auch der reflektierte Umgang mit der grammatischen Begrifflichkeit <(„Konjugation, Konjunktion, Konjunktiv“ und dergleichen mehr)>, auf deren Herkunft aus der griechisch-lateinischen Grammatik und deren Geltung für die Erfassung und Beschreibung des Deutschen ein weiterer Schwerpunkt der Lehrveranstaltung liegt. Dieses m. W. in Deutschland (aber keineswegs in Osteuropa) einmalige Pflichtlatein für künftige Deutschlehrer <an Grund-, Haupt- und Realschulen> wird mit zwei Klausuren abgeschlossen.

Prof. Dr. W. Kürschner
Hochschule <im Orig.: Universität in> Vechta



15.
2008-Mai-21
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Vortrag

Vechta – Professor Dr. Wilfried Kürschner referiert über »Die Bibel in gerechter Sprache – absurder Anspruch oder Schließen einer Gerechtigkeitslücke?«: 19.15 Uhr, Raum N 02, Hochschule.



14.
2008-Apr-30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Aktuelle Orthographie
Grammatisches Kompendium neu aufgelegt

Vechta (jm) – 18 000 Bücher des »Grammatischen Kompendiums« wurden bereits verkauft. Grund genug für Autor Professor Dr. Wilfried Kürschner, eine sechste Auflage auf den Markt zu bringen. Der Professor für allgemeine Sprachwissenschaft und germanistische Linguistik an der Hochschule Vechta legt nun mit der aktualisierten Auflage weitere 2000 Exemplare nach.

Neben kleinen Schönheitskorrekturen im gesamten Buch beinhaltet die sechste Auflage auch grundlegende Veränderungen. Das Kapitel neun zum Thema Orthographie wurde völlig überarbeitet. »In diesem Kapitel habe ich die endgültigen Ergebnisse der Rechtschreibreform zusammengefasst«, erklärt Kürschner. Das Buch sei vor allem für angehende Lehrer wichtig, da hier die komplette Grammatik des Deutschen thematisiert werde.

Die Neuauflage des grammatischen Kompendiums ist im A. Francke Verlag erschienen, der dem Gemeinschaftsverbund UTB angehört. Das Buch ist ab sofort für 16,90 Euro im Handel erhältlich.



13.
2008-Apr-23
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Uni-Titel sofort

Zum Beitrag „Aufbruch in vielversprechende Zukunft“ mit Bezug auf den Parteitag der Oldenburger CDU (OV <recte: OV am Sonntag> vom 20. April):

Was die Hochschule Vechta angeht, lag Minister Stratmann auf dem Landesparteitag der CDU doppelt schief: Sie kann nicht „faktisch zur Universität werden“ – sie ist es nämlich schon, und zwar de facto und de jure durch ihr Promotions- und Habilitationsrecht. Davon allein hängt nämlich nach niedersächsischem Recht ab, ob es sich bei einer Hochschule um eine Universität oder um eine Fachhochschule handelt. Entscheidend dafür ist, was man bedauern mag, nicht der Nachweis der „Qualität“ einer Hochschule, wie Stratmann behauptet.
Da also die eine der beiden Hochschulen in Vechta bereits Universitätsrang besitzt (bei der anderen handelt es sich um eine Fachhochschule<, wie auch korrekt aus ihrem Namen hervorgeht>), ist es eine Frage der Benennungsehrlich- und -gerechtigkeit, ihr auch von Gesetzes wegen den Titel „Universität“ zu geben, und zwar sofort, nicht erst 2011, wie vor zwei Jahren zu lesen war (OV vom 4. April 2006), oder 2013, wie es Manfred Carstens, der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes Oldenburg, „für möglich hält“. Der Volksmund spricht hier vom Sankt-Nimmerleins-Tag.

Prof. Dr. Wilfried Kürschner
Dohlenstr. 7
Vechta



12.
Oldenburgische Volkszeitung

2008-04-15


Schon 9900 Wörter gespeichert

»Kring« arbeitet an Wörterbuch / Froh über »Plattdütsches Johr«

Hagstedt (GeL) – Zum ersten Mal fand jetzt die Versammlung des »Plattdütschen Kring« im Heimatbund des Oldenburger Münsterlandes im Café »Zum Göpel« in Hagstedt statt.
Auf der Tagesordnung stand auch der aktuelle Stand bezüglich des Plattdeutschen Wörterbuches für das Oldenburger Münsterland. Der Vorstand teilte mit, dass zurzeit rund 9000 Wörter und Redensarten durch eine sechsköpfige Arbeitsgruppe in einen Rechner eingegeben worden seien. Regelmäßige Kontakte zu Professor Dr. Wilfried Kürschner an der Hochschule Vechta dienten der Überprüfung und Anpassung der Schreibweise der im Oldenburger Münsterland gesprochenen plattdeutschen Sprache. Das Wörterbuch soll jedoch mehr praxisorientiert aufgebaut werden und gleichzeitig ein Erklärungswörterbuch sein.

Die »Kring«-Mitglieder begrüßten, dass die Gemeinde Goldenstedt und der Goldenstedter Heimatverein »Dat Plattdütsche Johr« in Goldenstedt ausrichten. Auch der »Kring« werde eine Autorenlesung in Goldenstedt anbieten. Auch der Familientag des »Kring« findet in Goldenstedt statt, und zwar am 27. August. Weitere Termine sind das Kulturfestival »PlattArt« vom 13. bis 16. November in Oldenburg, Cloppenburg, Friesoythe, Bad Zwischenahn und Lemwerder und der Europäische Sprachentag am 26. September. Der »Kring« appelliert an alle Heimatvereine und Schulen, an diesem Tag plattdeutsche Aktionen durchzuführen.

Bild oben: Vor dem »Göpel« in Hagstedt: Der Vorstand des »Plattdütsch Kring« mit Willi Thien, Bernd Grieshop (beides Beisitzer), Rudi Timphus (Vorsitzender), Alfred Kuhlmann (Schriftführer) und Maria Blömer (stellvertretende Vorsitzende).



11.
2008-Febr-23
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

War sonst noch was?
Von Andreas Kathe

Guten Morgen, liebe Leser.

»Auftritt Eminemskij«, so titelte kürzlich das Magazin »Focus« über den »russischen Eminem«. Der erfolgreichste Rapper Russlands nennt sich heute mit Künstlernamen »Seryoga« und ist dabei, mit seiner Musik auch den westlichen Markt zu erobern. Der Artikel weckte Erinnerungen bei den Vechtaer Professoren Dr. Hermann von Laer und Dr. Wilfried Kürschner. Sie kennen Seryoga noch als Sergey. Der Weißrusse studierte einst vier Jahre in Vechta Sozialwissenschaften und schaffte das Examen nicht. Das war vielleicht sein Glück ...



10.
2008-Feb-19
UNIaktuell. Newsletter der Hochschule Vechta (2008/02)

+ + + Vorlesungsverzeichnis erschienen

Das neue Vorlesungsverzeichnis der Hochschule Vechta für das Sommersemester 2008 ist ab sofort in den Vechtaer Buchhandlungen für 4,80 Euro erhältlich. Die Studierenden haben damit die Möglichkeit, schon jetzt ihren „Fahrplan“ für das kommende Semester zu gestalten. Vizepräsidentin Dr. Marion Rieken sprach Professor Dr. Wilfried Kürschner und seiner Mitarbeiterin Marlies Völker ihren Dank für die Arbeit aus, die sie erneut in die Gestaltung des Vorlesungsverzeichnisses gesteckt haben.



[Foto:] Die „Macher“: Marlies Völker, Prof. Dr. Wilfried Kürschner, Dr. Marion Rieken (von links)



9.
2008-Feb-19
UNIaktuell. Newsletter der Hochschule Vechta (2008/02)

+ + + Chinesisches Frühlingsfest

Am Dienstag den 29. Januar fand in der Cafeteria ein internationaler Abend statt. Die chinesischen Austauschstudentinnen haben, mit der Unterstützung des International Office und dem AStA, zur gemeinsamen Feier des chinesischen Frühlingsfests eingeladen. Das neue Jahr steht für Chinesen im Zeichen der Ratte. Das traditionelle Fest richtet sich nach dem astronomisch definierten chinesischen Kalender und findet später als der westliche Neujahrstag statt. Mit viel Aufwand und Liebe haben unsere chinesischen Kommilitoninnen ein reichhaltiges und buntes Buffet gezaubert. Die ein oder andere schärfere Note im Essen konnte rasch durch die vom AStA gespendeten Getränke kompensiert werden. Weiter überraschten die zehn Studentinnen aus China mit einem abwechslungsreichen Programm. Die Gäste konnten während der Feier ihre asiatischen Kochkünste mit Hilfe der Profis aus China ausprobieren. Auch Professor Dr. Wilfried Kürschner musste ran und stellte seine Fertigkeiten im Backen von Maultaschen unter Beweis. Höhepunkt war neben dem umwerfenden Essen die Gesangseinlage der Studentinnen. Ganz besonders glücklich waren die zehn Gewinner der Tombola an diesem Abend, die kleine Erinnerungsstücke aus China mit nach Hause nehmen durften. Das Frühlingsfest war ein riesiger Erfolg. Es waren zwischen 70 und 80 Gäste da, die sich an diesem kulturellen Austausch erfreuen konnten. Diese große Anzahl von Gästen zeigte, dass das allgemeine Interesse an unseren ausländischen Kommilitoninnen sehr groß ist. Durch das Frühlingsfest konnte ein Rahmen geschaffen werden, in dem frei vom Uni-Alltag Kontakte geknüpft und gemeinsame Interessen gefunden werden konnten.


Im Einsatz: Prof. Dr. Wilfried Kürschner mit chinesischen Gaststudentinnen (von links) Foto: International Office



8.
2008-Feb-16
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Abschied, Ankunft und ein Auftakt
Museum zeigt Geschichte der Migranten

Lohne (hib) – Vor jeder Ankunft steht ein Abschied. Von der Heimat vielleicht, um weit von ihr entfernt einen Job und damit die Basis für ein anderes Leben zu finden. Anfang der 60er Jahre hat Nunzio La Spina diesen Schritt gewagt. Als erster ausländischer Gastarbeiter kam der Italiener nach Lohne und blieb bis zu seinem Tod im Jahre 2004.

An seine Geschichte und die der vielen anderen Migranten, die heute in Lohne leben, erinnern seit Donnerstagabend das Industriemuseum und der Verein »Runder Tisch für Integration und Völkerverständigung« mit der Präsentation »Ankommen in Lohne«. 20 Damen, alle Mitglieder des Runden Tisches, haben sie zusammengestellt, um mit Zeitdokumenten und persönlichen Erinnerungsstücken einen Anknüpfungspunkt für Gespräche zu schaffen. Die Ergänzung sind die Begegnungstage mit verschiedenen Länderschwerpunkten, die gestern gestartet sind und noch bis Sonntag (17. Februar) dauern.

Eingebettet ist »Ankommen in Lohne« in die Sonderausstellung des Museums zum Jubiläum »100 Jahre Stadtrechte«. Ausreichend allerdings sei die jetzt gewählte Form der Aufarbeitung der Geschichte der Lohner Migranten nicht, so Benno Dräger, Leiter des Museums, bei der Auftaktveranstaltung selbstkritisch. Dies sei ein Anfang. Eine Fortsetzung, möglichst mit Unterstützung der Hochschule Vechta, sollte folgen.
Die hat sich den Migranten, speziell ihrer Sprache, bereits gewidmet. Form und Ergebnis stellte Professor Dr. Wilfried Kürschner mit seinen Studentinnen Aysegül Arslan und Mürvet Ebcinoglu im Museum vor
und präsentierte damit gleichzeitig zwei Beispiele für den Idealfall der Integration, wie ihn sich Bürgermeister Hans Georg Niesel in seiner Begrüßung gewünscht hatte.

Aysegül Arslan und Mürvet Ebcinoglu sind Vertreterinnen der Nachfolgegenerationen türkischer Einwanderer. Beide kommen aus Familien, in denen auf Bildung viel Wert gelegt wird. Sie sprechen mit ihren Eltern türkisch, mit Geschwistern und Freunden überwiegend deutsch. Und: Ähnlich wie viele Plattdeutsch-Kundige vermischen sie in unbeobachteten Momenten die beiden Sprachen.

»Das ist kein Zeichen von schlechtem Sprachgebrauch – wenn der Benutzer Umgangs- und Schriftsprache trennt«, sagt Wilfried Kürschner. Vielmehr könne diese Zweisprachigkeit nützlich sein. Immerhin wollen die Studentinnen später Lehrerinnen werden. Angekommen sind ihre Familien längst.

[Wieder in: UNIaktuell (2008/02)]



7.
2008-Feb-13
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Zur Geschichte und zum Leben von Migranten
Präsentation und Begegnungstage im Industriemuseum / Mitveranstalter ist der Verein "Runder Tisch"

Lohne (hib) - Bunte Socken, Espressotassen oder eine Wasserpfeife: Typische Vitrinenstücke sind das nicht. Für kurze Zeit ins Museum kommen sie als Exponate nun dennoch - weil sie für ihre Eigentümer unbezahlbare Schätze sind, die sie von weit her mitgebracht haben.

Die Geschichte dieser Menschen wollen jetzt der Verein "Runder Tisch für Integration und Völkerverständigung" und das Lohner Industriemuseum nacherzählen. "Ankommen in Lohne" haben sie die Präsentation genannt, die Teil der noch bis Ende März laufenden Sonderausstellung zum Jubiläum "100 Jahre Stadtrechte" ist. Am Donnerstag (14. Februar), 18 Uhr, ist die Auftaktveranstaltung im Museum. Zu Gast sein wird unter anderem Professor Dr. Wilfried Kürschner von der Hochschule Vechta mit zwei seiner Studentinnen, um über "Kanak Sprak - ein deutsch-türkischer Codewechsel" zu referieren.

Von Freitag bis Sonntag (15. bis 17. Februar) sind "Begegnungstage" im Café des Museums geplant. Jeder hat einen kulinarischen und kulturellen Schwerpunkt. Zudem werden Führungen durch die Präsentation angeboten, die die Mitglieder des Runden Tisches mit dem Museumsteam zusammengestellt haben. Viele persönliche Erinnerungsstücke sind dort zu sehen. Wie überhaupt die Geschichte der Migranten naturgemäß eng mit denjenigen verbunden ist, die sie erlebt haben. Die jungen Frauen etwa, die aus dem damaligen Jugoslawien nach Lohne kamen, um als Näherinnen in der Gardinen- und Schürzenfabrik "Solida" zu arbeiten. Stolz waren sie darauf, als erste Handballerinnen ohne deutschen Pass bei Blau-Weiß zu spielen. Und froh darüber, von den strengen Vätern nicht mehr kontrolliert werden zu können, hat Ulrike Hagemeier, Leiterin des Museums, erfahren.

2232 Menschen nicht-deutscher Herkunft aus mehr als 70 Ländern leben derzeit in Lohne. Allen ein Forum zu geben, dazu reichte der Platz im Museum nicht, sagt Christina Middendorf, die Vorsitzende des Vereins "Runder Tisch". "Aber wir können ihnen zeigen, dass uns ihre Geschichte interessiert und wir sie achten", erklärt die Lohnerin die Idee der Begegnungstage. Wer ankommt brauche das Gefühl, angenommen zu sein.

[Bildunterschrift:] Ein Stück Lohner Welt: Die Leiter des Museums Benno Dräger und Ulrike Hagemeier (rechts) haben mit Christina Middendorf vom Verein „Runder Tisch“ und 20 Migratinnen die Präsentation „Ankommen in Lohne“ zusammengestellt. Foto: Hibbeler



6.
2008-Feb-09
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Freude und Skepsis über Erweiterung


Den mittlerweile 24. Band der Vechtaer Universitätsschriften stellten jetzt im Foyer der Uni vor: (von links) Präsidentin Professorin Dr. Marianne Assenmacher, Professor Dr. Wilfried Kürschner, Professor Dr. Peter Nitschke, Professor Dr. Alwin Hanschmidt, Professor Dr. Hermann von Laer, Martin Schwarz M.A. und Professor Dr. Joachim Kuropka. Foto: Kathe

Vechta (ak) - Weder Russland noch die Türkei können einem Europa zugerechnet werden, das keine allzu großen ökonomischen Niveauunterschiede verträgt und das zudem ein Mindestmaß an kultureller Gemeinsamkeit benötigt. Zu diesem Schluss kommt der Vechtaer Politologe Professor Dr. Peter Nitschke in einem Beitrag für den jüngst erschienenen Sammelband "Osteuropa und wir". Professor Dr. Hermann von Laer firmiert als Herausgeber des Bandes, des mittlerweile 24. in der Reihe der Vechtaer Universitätsschriften.
Das Buch beinhaltet die für die Veröffentlichung aufbereiteten Vorträge einer Ringvorlesung an der Uni. Es sei nach wie vor erstaunlich, so von Laer bei der Vorstellung, dass es in Vechta gelungen sei, über einen langen Zeitraum von 1985 bis heute eine fächerübergreifende Ringvorlesung anzubieten; dies sei einzigartig in der deutschen Universitätslandschaft.

Den Blick richtet der Band diesmal auf die Osterweiterung der Europäischen Union, auf ihre historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dimensionen. Nitschkes Urteil zu den "kulturellen Grenzen" der Osterweiterung gipfelt wohl zu Recht in der Aussage, "dass der Mut zur Beschränkung auch ein Gebot der Integration" sei.

Zwei ausländische Wissenschaftler, Freunde und Partner der Vechtaer Uni, liefern einen Einblick in die Entwicklungen ihrer Länder. So beschreibt der Soziologe Professor Dr. László Pethö das zunächst starke Schwanken der Wähler in Ungarn zwischen Europabegeisterung und Europaskepsis. Dies habe sich mit der Zeit etwas gelegt, auch aufgrund der immer besser werdenden wirtschaftlichen Situation.
Professor Dr. Henrihs Soms, lettischer Historiker, schildert eher den großen Optimismus, den sein Land beherrscht. Trotz großer Minderheitenprobleme gebe es eine eindeutige Zustimmung zur EU. Den staatenübergreifenden naturwissenschaftlichen Part in dieser Zusammenschau übernimmt Professor Dr. Rainer Ehrnsberger, der das deutsch-polnische Projekt (Vechta - Posen) des Nationalparks "Wartha-Mündung" beschreibt.

Professor Dr. Alwin Hanschmidt überblickt die Vorgeschichte der östlichen Neumitglieder der EU mit ihren Erfahrungen der "Völkergefängnisse". Professor Dr. Joachim Kuropka erinnert an das Jahr 1939, den Krieg gegen Polen und die damalige deutsche Volksstimmung. Martin Schwarz beschreibt den "Ostseerat" als eine regionale Kooperationsform und Hermann von Laer bewertet die wirtschaftlichen Folgen der EU-Osterweiterung durchaus kritisch - von der grundsätzlichen Frage der Legitimität europäischer Strukturen bis hin zum Thema weiterer Verarmung breiter Bevölkerungsschichten.

Der neue Band der Universitätsschriften (Lit-Verlag, 19,90 Euro, ISBN 978-3-8258-0831-0) richtet sich an alle politisch Interessierten. Dank sagen die Herausgeber der Stadt Vechta für die finanzielle Unterstützung und Rita Becker für umfangreiche Vorarbeiten.



5.
2008-Feb-05
Nordwest-Zeitung

Chinesisches Neujahr im Zeichen der Ratte
Hochschule Austausch der Kulturen

Vechta/EB/CCF – Für Chinesen steht das neue Jahr im definierten Tierkreiszeichen der Ratte. Menschen, die in diesem im Zwölf-Jahres-Rhythmus wiederkehrenden Jahr geboren werden, gelten nach ihrem Horoskop unter anderem als intelligent und mit viel Selbstbewusstsein ausgestattet. Auch die derzeit elf Austauschstudentinnen aus dem Reich der Mitte, die derzeit an der Hochschule Vechta in erster Linie ihre Deutschkenntnisse verbessern, haben kürzlich ein traditionelles Neujahrsfest gefeiert. Das nach dem astronomisch definierten chinesischen Kalender ausgerichtete Fest liegt später, als sein westliches Gegenstück. Es gilt als wichtiger Feiertag.

Eingeladen dazu waren die Vechtaer Kommilitonen und Dozenten. Zur Stärkung der mehr als 60 Gäste gab es selbst zubereitete asiatische Spezialitäten wie chinesische Maultaschen. Als besondere Attraktion waren die deutschen Gastgeber eingeladen, ihre Kochkünste mit Hilfe der chinesischen Profis selbst auszuprobieren.
Zum Kreis der internationalen Beziehungen der Hochschule gehört auch die Kooperation mit der augenblicklich etwa 12000 eingeschriebenen Studenten zählenden »Xi’an International Studies University« (die NWZ berichtete). Als Betreuer der Chinesen in Vechta fungieren der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Wilfried Kürschner und der Germanist Prof. Dr. Eberhard Ockel. Der Kontakt der Gäste läuft über Dr. Renbai Wen vom Fach Germanistik.


(Bild: Hochschule) Auch Prof. Wilfried Kürschner (links) testete seine Küchenfertigkeit.



4.
2008-Feb-02
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Mit dem Linienbus quer durch die Stadt


Der Stadtbus Vechta nahm gestern offiziell den Betrieb auf. Maren Bräuer und Wilfried Kürschner nahmen das – bis Freitag kostenlose – Angebot gerne an. Foto: Bickschlag

Vechta (bic) - Noch schnell huschen zwei Mädchen an der Haltestelle am Alten Finanzamt an der Burgstraße in den Stadtbus. Dann setzt sich das Fahrzeug in Bewegung. Auf der Linie vier geht es mit acht Fahrgästen an Bord in Richtung Famila. "Wenn es umsonst ist, muss man das ausnutzen", sagt ein Mann, der es sich im sogenannten Niederflurbus mit zwölf Sitz- und zehn Stehplätzen gemütlich gemacht hat.

Seit gestern sind drei Mercedes-Sprinter des Busunternehmers Leo Wilmering auf sechs Buslinien im Einsatz. 46 Haltestellen werden im gesamten Stadtgebiet angefahren. Eine Woche lang können die Vechtaer den öffentlichen Nahverkehr kostenlos testen. Ab Samstag (9. Februar) kostet die einfache Fahrt dann 1,60 Euro, die Kinderkarte einen Euro, die Tageskarte für Erwachsene vier Euro.

Nach einer kurzweiligen zehnminütigen Fahrt durch Wohngebiete ist das Ziel - das Einkaufszentrum an der Falkenrotter Straße - erreicht. "Das ist schön. So kommen wir hier auch mal hin", freut sich ein älteres Rentnerehepaar. An der Haltestelle warten bereits zwei Fahrgäste auf die Rückfahrt in die Innenstadt.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen wird die Linie vier plötzlich zur Linie eins. Etwas verwirrend. Das findet auch Maren Bräuer: "Ich warte jetzt schon seit einer halben Stunde auf den richtigen Bus. Vielleicht war er schon hier und ich hab das nicht mitgekriegt", sagt die Vechtaerin mit einem Lächeln. Verärgert ist sie deshalb aber nicht: "Am ersten Tag nehme ich das in Kauf. Es müssen sich ja erst alle an das neue Angebot gewöhnen."

Zufrieden zeigt sich Wilfried Kürschner. Er kommt gerade mit dem Bus von der Hochschule und muss beim Alten Finanzamt in Richtung Dohlenstraße umsteigen. "Das läuft bislang reibungslos", lobt der Universitätsprofessor. Eigentlich sei er leidenschaftlicher Radfahrer, doch den Bus werde er regelmäßig nutzen: "Wenn es regnet oder man schwere Sachen zu transportieren hat, ist der Stadtbus für mich eine super Sache." Zum Start des Linienbusverkehrs in Vechta segnete Propst Kurt Schulte im Beisein von Betreiber Leo Wilmering, Bürgermeister Uwe Bartels und weiteren Gästen gestern Morgen die drei Busse, die zum Einsatz kommen werden. Er wünschte den künftigen Fahrern und Passagieren "allzeit gute Fahrt".

Weitere Infos unter www.stadtbus-vechta.de



3.
2008-Jan-25
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

»Sieben Landtagskandidaten stellen sich den Fragen der OV-Leser«

Politiker aus den Wahlkreisen Vechta und Bersenbrück äußern sich zu Kinderbetreuung, Hochschule, Mindestlohn und Schulbildung

Landkreis – Die Oldenburgische Volkszeitung hat ihre Leserinnen und Leser aufgefordert, den zehn Kandidaten im Landkreis Vechta, die am Sonntag (27. Januar) zur niedersächsischen Landtagswahl antreten, Fragen zu stellen. Die Redaktion hat Fragen von drei Lesern ausgewählt. Sieben Kandidaten haben geantwortet. [...]

Leserfrage: Professor Dr. Wilfried Kürschner fragt, wie die Kandidaten einer Verleihung des Titels »Universität« an die Hochschule Vechta gegenüberstehen.

Siemer [CDU]: Ich werde mich dafür einsetzten, dass die Hochschule Vechta die Bezeichnung »Universität« bekommt. Die CDU Vechta hat bereits Gespräche zu diesem Thema mit dem Wissenschaftsministerium geführt. Mit der jährlichen Erhöhung des Landeszuschusses macht das Land schon jetzt seine besondere Wertschätzung für unseren Standort deutlich.

Coenen [CDU]: Die Hochschule Vechta hat sich in den letzten Jahren glänzend entwickelt. Darum werde ich mich dafür einsetzen, dass sie den Titel Universität erhält. Und ich bin zuversichtlich, dass die Landesregierung unter Christian Wulff die gute Arbeit in Vechta auch auf diese Weise unterstützen wird.

Stuntebeck [SPD]: Ich befürworte das und werde mich dafür einsetzen.

Poppe [SPD]: Für die Verleihung der Bezeichnung »Universität« an die Hochschule Vechta werde ich mich mit Nachdruck einsetzen. Die Chancen stehen nach meiner Einschätzung gut.

Wehrmann [FDP]: Ein hoher Bildungsstandard ist ein vorrangiges Ziel. Dass einer Hochschule dabei der Titel »Universität« gut steht, ist unbestritten, verpflichtet aber anderseits Land und Politik zu finanziellen Transferleistungen. Ist es nicht vielleicht sinniger, bestehende Strukturen zu nutzen, zum Beispiel in bestimmten Fachbereichen Kooperationen mit der Universität Osnabrück einzugehen?

Wienken [Die Grünen]: Als Student in Vechta habe ich ein persönliches Interesse daran, mich für diesen Titel einzusetzen, auch unabhängig vom Wahlerfolg.

Pariszky [Die Linke]: Sollten mit der Umbenennung in Universität entsprechende Fördergelder nach Vechta fließen, bin ich selbstverständlich für die Umbenennung. [...]



2.
2008-Jan-23
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Auf die lange Bank

Zum Interview mit Ministerpräsident Wulff (OV vom 21. Januar):

Auf die lange Bank schieben will der amtierende Ministerpräsident Wulff (CDU) die Verleihung der Bezeichnung „Universität“ an die Hochschule Vechta. Er geht dabei von der unzutreffenden Voraussetzung aus, dass in Vechta erst „eine Universität zu schaffen“ sei. Tatsächlich aber existiert diese bereits seit 1973, und zwar zunächst als Abteilung/Standort der Universität Osnabrück. Bei der Verselbstständigung im Jahre 1995 behielt Vechta den Universitätsstatus bei. Dies wurde schon damals bei den Konkordatsverhandlungen von Seiten der katholischen Kirche festgestellt und jüngst von Bischof Lettmann noch einmal bekräftigt: „Mir scheint, dass es nun an der Zeit ist, der Hochschule in Vechta den ehrenvollen Namen einer Universität zu verleihen“ (OV vom 15. Januar). Im Übrigen ist für die Vergabe der korrekten Bezeichnung nicht, wie Wulff behauptet, die Landesregierung oder die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen zuständig, sondern der Landtag, der im Hochschulgesetz bloß das Wort „Hochschule“ durch das Wort „Universität“ ersetzen muss.
Offenbar ist aber Wulff daran gelegen, die missverständliche und abwertende Bezeichnung, die sein Vorgänger Schröder durchgesetzt hatte, auf unabsehbare Zeit (Wulff: „... der Weg ist lang“) zu erhalten. Daher werden wir bei der Landtagswahl am Sonntag nicht die CDU wählen, sondern das engagierte Eintreten von Kristina Stuntebeck (SPD) honorieren, die in der Namensfrage eine klare Position vertritt ( OV vom 8. Dezember 2007): Universität Vechta.

Prof. Dr. C. Küper
Antoniusstraße 7
Prof. Dr. W. Kürschner
Dohlenstraße 7
Vechta



1.
2008-Jan-12
Oldenburgische Volkszeitung

Ein letztes Mal traditionell Examen gefeiert
Universität Vechta verabschiedet 55 Lehramts-, 25 Diplom- und zwei Magister-Absolventen



Bild: Für ihren »sehr guten« Abschluss erhielten 19 Absolventen Anerkennungsurkunden. Es gratulierten ihnen Dr. Marion Rieken, Professor Dr. Wilfried Kürschner, Dr. Ernst Puschmann (Niedersächsisches Landesamt für Schulbildung), Institutssekretärin Marlies Völker und Susanne Falk-Oswald vom Prüfungsamt.

Vechta (sk) – Es war die wohl letzte traditionelle Examensfeier, die gestern an der Universität Vechta stattfand. Denn die »alten« Studiengänge sind längst auf die Bachelor- und Masterstruktur umgestellt. So auch das Lehramt, das der Master of Education abgelöst hat.

55 Lehramts-Absolventen, zwei Absolventen des Magisterstudiengangs Sozialwissenschaften und 25 Absolventen des Magisterstudiengangs Sozialwissenschaften und 25 Absolventen des Diplomstudiengangs Erziehungswissenschaft erhielten gestern in feierlichem Rahmen in der Hochschulaula ihre Zeugnisse. Sieben Lehramts-Kandidaten und zwölf Diplomanden schlossen mit der Gesamtnote »Sehr gut« ab: Christina Grünheim, Dr. Olga Gowin, René Markusch, Ruth Schmitt, Jan-Bernd Stahmann, Christine Wienand, Claas Wohlgemuth sowie Nadine Grochla, Birgit Jürgens, Christina Kollenberg, Anne Kühling, Madlen Kuhle, Stefan Müller, Maike Rittgerodt, Katharina Sartison, Ulf Stamm, Kristina Wist, Anne-Kathrin Wolters und Julia Zimmermann. Ihnen überreichten Dr. Marion Rieken, Vizepräsidentin der Hochschule, und Prüfungsbeauftragter Professor Dr. Wilfried Kürschner Anerkennungsurkungen.

»Ich bin überzeugt, dass sie Ihr Studium gut auf die Herausforderungen vorbereitet hat, die Ihnen begegnen werden«, wendete sich Dr. Marion Rieken an die Absolventen und gab ihnen »die besten Wünsche für die persönliche und berufliche Entfaltung« mit auf den Weg. Besonders dankte die Vizepräsidenten Professor Dr. Wilfried Kürschner, der Institutssekretärin Marlies Völker und Susanne Falk-Oswald vom Vechtaer Prüfungsamt. Viele Jahre lang hatten sie die Examensfeier organisiert. Als Prüfungsamtsbeauftragter des Kultusministeriums hatte Kürschner die Feier 1994 ins Leben gerufen. »Wir verdanken es Ihnen, dass sich diese Tradition so herausgebildet hat«, so Rieken.

In seinem Festvortrag berichtete Karl-Heinz Wehry, Schulleiter der Marienschule Goldenstedt, über den Schulalltag und informierte die Lehramts-Absolventen darüber, welche Anforderungen darin an sie gestellt werden